Breast. Forward.

Kampagne «Breast. Forward.» startet: Droht der Schweiz ein Rückschritt in der Brustkrebsdiagnostik?

Heute startet die landesweite Kampagne «Breast. Forward.», die sich für den Erhalt moderner, minimalinvasiver Diagnoseverfahren bei Brustkrebs in der Schweiz einsetzt. Eine breite Koalition aus medizinischen Fachgesellschaften und Branchenpartnern warnt davor, dass durch eine Tarifreform Patientinnen künftig unnötigen und belastenden Operationen ausgesetzt werden könnten.

Das Kernanliegen der Kampagne ist die neue Tarifstruktur (TARDOC & ambulante Pauschalen), die seit dem 1. Januar 2026 in Kraft ist. Diese führt dazu, dass die Kosten für die moderne und schonende Vakuumbiopsie, ein etabliertes, minimalinvasives Verfahren zur Abklärung von Auffälligkeiten in der Mammographie oder dem MRI, nicht mehr angemessen vergütet werden. In der Folge können Praxen und Spitäler diese Methode kaum noch wirtschaftlich anbieten.

Rückkehr zu Operationen statt schonender Diagnostik

Für Frauen mit einer verdächtigen Veränderung in der Brust bedeutet dies einen folgenschweren Rückschritt: Anstelle einer ambulant durchgeführten Vakuumbiopsie unter lokaler Betäubung, die kaum Narben hinterlässt, droht nun wieder ein chirurgischer Eingriff im Operationssaal unter Vollnarkose.

«Wir riskieren einen Rückfall in überholte Methoden, während unsere Nachbarländer die minimalinvasive Diagnostik als Standard ansehen», erklärt Prof. Dr. Nadja Mamisch, Co-Präsidentin der MIBB. «Das bedeutet für Frauen vermeidbare Operationen, längere Genesungszeiten, zusätzliche Angst und sichtbare Narben. Dies widerspricht dem Anspruch einer modernen Gesundheitsversorgung und stellt eine enorme Belastung für die Patientinnen dar.»

Nationale Petition fordert Anpassung der Tarife

Die Kampagne «Breast. Forward.» will mit einer nationalen Petition und breit angelegten Sensibilisierungsmassnahmen auf dieses Problem aufmerksam machen. Die Initianten fordern die politischen Entscheidungsträger auf, die ambulanten Pauschalen (insbesondere C09.50A & C09.50B) dringend neu zu kalkulieren. Ziel ist es, dass die moderne, schonende Brustkrebsdiagnostik allen Frauen in der Schweiz auch in Zukunft zugänglich bleibt.

Becton Dickinson (BD), ein führendes globales Medizintechnik-Unternehmen und Partner der Kampagne, unterstreicht die Dringlichkeit: «Es ist unser grosses Anliegen, dass Patientinnen die bestmögliche und schonendste Behandlung erhalten. Wir treiben den Fortschritt für die Welt der Gesundheit voran, und dabei steht für uns immer der einzelne Mensch im Mittelpunkt. Deshalb sehen wir es mit Sorge, wenn bewährte, minimalinvasive Verfahren aus dem System gedrängt werden und Frauen sich stattdessen möglicherweise unnötigen Operationen unterziehen müssen. Wir unterstützen diese Kampagne mit Nachdruck, damit der Zugang zu diesen wichtigen, die Lebensqualität schützenden Therapien gesichert bleibt», sagt Susanne Hubert, Country Business Leader für Deutschland, Schweiz und Österreich bei BD.

Eindringliche Botschaften sollen zum Handeln mobilisieren

Um eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, wird der Kampagnenstart von einer umfassenden, multimedialen Werbekampagne begleitet. Mit eindringlichen und teils provokativen Botschaften wie «Die Reform hinterlässt Narben» oder «Karin brauchte keine Brust-Operation.» wird die Kampagne auf Plakaten, in sozialen Medien sowie auf Bildschirmen in Arztpraxen und Apotheken sichtbar sein. Alle Massnahmen zielen darauf ab, die Bevölkerung zu informieren und zur Unterzeichnung der Petition auf der Kampagnen-Website zu mobilisieren.

Die Öffentlichkeit ist aufgerufen, die Petition auf der offiziellen Kampagnen-Website zu unterzeichnen und damit ein starkes Zeichen für eine moderne und patientenfreundliche Gesundheitsversorgung zu setzen.

Über «Breast. Forward.»

«Breast. Forward.» ist eine Initiative, die von MIBB (Minimal Invasive Breast Biopsy working group) ins Leben gerufen und von führenden Organisationen wie der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie (SGS), der Schweizerischen Gesellschaft für Pathologie (SGPath) sowie von Industriepartnern wie Becton Dickinson (BD) unterstützt wird. Die Kampagne setzt sich für den Zugang zu innovativer Brustkrebsdiagnostik und -versorgung in der Schweiz ein.

Medienkontakt:

Burson Switzerland
breast.forward@bursonglobal.com